Beschreibung dieses Teils:
Carl Zeiss Jena Planachromat 25x Mikroskopobjektiv mit einer besonderen Art des Phasenkontrasts für die Arbeit im Auflicht (EPI), bestimmt für das Carl Zeiss Jena Neophot 21 Mikroskop.
Grundlegende Parameter:
Hersteller: Carl Zeiss Jena
Beschriftung auf dem Objektiv: Planachromat 25x/0,50 ∞/0 Ph
Vergrößerung: 25x
Numerische Apertur N.A.: 0,50
Tubuslänge: unendlich (genauer: 250 mm)
Optische Korrektion: planachromatisch
Deckglas: nein - dieses Objektiv ist für die Arbeit ohne Deckglas bestimmt
Immersion: nein - es handelt sich um ein sogenanntes Trockenobjektiv
Phasenkontrast: ja, besonderer Phasenkontrast für die Arbeit im Auflicht
Polarisation: nein - es ist kein Polarisationsobjektiv
Gewinde: M19
Plankompensationsokulare: ja, erforderlich - dieses Objektiv verlangt Okulare mit zusätzlicher Korrektion (bei Carl Zeiss Jena als "PK" bezeichnet)
Direktprojektion und Makrofotografie: nein - dieses Objektiv arbeitet nicht im Direktprojektionsmodus und eignet sich nicht für Makrofotografie durch direkten Anschluss des Objektivs an eine Fotokamera
Die Phasenkontrastobjektive für die Neophot Mikroskope haben einen anders aufgebauten Phasenring als die übrigen Ph-Objektive von Carl Zeiss Jena - statt eines durchgehenden Rings gibt es ein dreiteiliges Muster, das ein wenig an den Rotor eines Wankelmotors erinnert. Das ist gut zu wissen, denn es bedeutet, dass ein Phasenkontrastobjektiv aus einem biologischen Mikroskop dieses Objektiv im Neophot nicht ersetzen kann und umgekehrt.
Der Grund ist konstruktiv bedingt. Im Metallmikroskop wirkt das Objektiv zugleich als Kondensor, das Beleuchtungslicht geht also durch dieselbe Pupille wie das bildgebende Licht. Bei einem durchgehenden Ring würde die gesamte Beleuchtung durch den Phasenbelag laufen, der nur einen Teil des Lichtes durchlässt und einiges davon reflektiert - und diese Reflexe würden das ohnehin lichtschwache Phasenkontrastbild überdecken. Die Lösung war eine ungerade Zahl von Segmenten: Das nach der Reflexion am Schliff entstehende Bild der Blende ist um 180 Grad gedreht, bei drei Segmenten trifft es also in die Lücken zwischen ihnen. Dadurch tritt das Beleuchtungslicht neben dem Phasenbelag ein und kehrt durch ihn zurück. Beschrieben ist diese Lösung im Patent AT 295883 B.
Das Objektiv wird zusammen mit dem zugehörigen Objektivwechselschlitten mit M19-Gewinde angeboten - und das ist kein Zufall. Darüber, in welcher Stellung die Phasensektoren stehen bleiben, entscheidet das Festschrauben des Objektivs im Gewinde, und jedes Exemplar bleibt etwas anders stehen; deshalb wurden Objektiv und Schlitten werkseitig paarweise ausgesucht und beide Nummern auf der Karte im Kasten eingetragen. Wer ein solches Paar zusammen kauft, umgeht dieses ganze Problem - das Objektiv steht zu seinem Schlitten bereits so, wie es das Werk verlassen hat.
Die Einstellung im Mikroskop selbst erfordert weder den Kundendienst noch ein Phasenteleskop - das Neophot hat eine eingebaute, ausklappbare Bertrandlinse. Das Vorgehen ist im Grunde dieses: Bertrandlinse einschalten, auf die Phasensektoren scharf stellen und mit den Stellschrauben das Bild der Sektorenblende mit dem Bild der Sektoren im Objektiv zur Deckung bringen; manchmal hilft noch eine geringfügige Verdrehung der Öffnungsblende. Sollte einmal die Lage des Glases in der Sektorenblende selbst korrigiert werden müssen - es ist mit einem gewöhnlichen Gewindering angedrückt und lässt sich somit verdrehen. Das Ganze ähnelt dem Zentrieren der Phasenringe im Kondensor eines biologischen Mikroskops.
Für die Arbeit im Phasenkontrast sind auf der Seite des Mikroskops noch zwei Dinge nötig: die Sektorenblende, die vor die geöffnete Aperturblende geschoben wird, und der Hilfslinsenrevolver an der Schwalbe des Illuminators. Der zweite bildet die Blende genau in der Ebene des Phasenbelags ab, die bei jedem Objektiv etwas anders liegt - daher für jede Vergrößerung eine eigene Hilfslinse. Im Hellfeld arbeitet das Objektiv selbstverständlich ganz normal.
Für Bastler eine Anmerkung: Man kann versuchen, ein solches Objektiv für das Durchlicht anzupassen, nur stellt man die Blende im Kondensor dann nicht gegenläufig ein, sondern in der Achse der Objektivsegmente, weil der zweite Durchgang durch die Pupille entfällt. Der Phasenkontrast sollte entstehen, aber mit stärkerem Halo und einem gerichteten Reliefeffekt, denn die Lücken im Ring bedeuten, dass ein Teil der Beleuchtungsazimute fehlt. Dazu kommt die Bauweise für unendlich ohne Deckglaskorrektion, es wird also eine Tubuslinse gebraucht. Eher ein Experiment als eine Gebrauchslösung - aber an einem Abend machbar.
Die letzten Fotos in der Galerie zeigen:
* das Foto der originalen Tabelle, die angibt, welche Seriennummern der Objektivschlitten werkseitig mit welchen Seriennummern der Objektive gepaart sind
* zwei Seiten der Errata zur Gebrauchsanleitung des Carl Zeiss Jena Neophot 2 Mikroskops.
Im Abschnitt "Kompatibilität" sind neben dem Carl Zeiss Jena Neophot 21 Mikroskop jene Mikroskope aufgeführt, zu denen dieses Objektiv mechanisch und optisch passt. Welches Ergebnis man an ihnen erzielt, kann allerdings manchmal eine Überraschung sein.
Hier (https://www.mikroskopteile.de/part/91056) finden Sie dasselbe Objektiv in der Ausführung ohne Phasenringe. In seiner Beschreibung erfahren Sie mehr über die Verwendung von Carl Zeiss Jena Objektiven mit M19-Gewinde.
Wofür wird dieses Teil benötigt?
- wenn Sie ein Carl Zeiss Jena Neophot 21 Mikroskop mit Phasenkontrast besitzen, Ihnen aber zum Satz das Objektiv mit 25facher Vergrößerung fehlt
- wenn Sie den ganzen Satz besitzen, das Objektiv 25x aber beschädigt oder in sehr schlechtem Zustand ist
- wenn Sie vorausschauend sind und ein solches Objektiv in Reserve haben möchten, da es selten auf dem Gebrauchtmarkt auftaucht
- wenn Sie sich einen solchen Phasenkontrastsatz selbst zusammenstellen und jedes Teil einzeln beschaffen
- wenn Sie ein Objektiv mit dieser Vergrößerung für eines der Mikroskope brauchen, mit denen es zusammenarbeitet (weitere Hinweise finden Sie im Text der Beschreibung)